Orthopädieschuhtechnik Andreas Bartsch

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Ursachen | Orthopädieschuhtechnik Andreas Bartsch

Ursachen

Der diabetische Fuß hat eine Vielzahl von Ursachen, die nicht immer alle gleichzeitig auftreten. Grundsätzlich können folgende vier Ursachen unterschieden werden:
• Schäden der Nerven
• Schäden der Blutgefäße
• Schäden der Knochen und des Bindegewebes
• Schäden von außen

Schäden der Nerven
Die Nerven sind die "Telefonleitungen" im Körper. Sie bestehen aus unterschiedlichen Nervenfasern. Über die motorischen Nervenfasern erhalten die Muskeln den Befehl zu arbeiten. Die sensiblen Nervenfasern melden Empfindungen an die übergeordneten Zentren im Gehirn und im Rückenmark.
Sensible Nervenfasern übermitteln den Tastsinn und das Temperaturempfinden, aber auch Schmerzen. Schmerzen sind immer ein wichtiges Warnsignal! Außerdem leiten die Nervenfasern der sogenannten "Tiefensensibilität" wichtige Informationen über den Spannungszustand der Muskeln und Sehnen sowie über die Stellung der Gelenke weiter. Diese Informationen sind wichtig, damit komplexe Bewegungen wie das Gehen nahezu automatisch und fließend ablaufen können.
Schließlich gibt es noch die autonomen oder vegetativen Nerven. Über sie werden die Durchblutung und der Ernährungszustand des Gewebes geregelt
Durch den Diabetes können die verschiedenen Nervenfasern geschädigt werden. Als erstes sind die langen Nerven der Beine betroffen. Die Schäden beginnen an den Zehen und schreiten allmählich nach oben fort. Nicht immer sind alle Nervenfasern gleich stark betroffen. Schmerz- und Temperaturempfinden fallen häufig lange vor dem Tastsinn und der Tiefensensibilität aus. Zuletzt werden die motorischen Nerven geschädigt.

Bedenken Sie: Ihr Schmerzempfinden kann gestört sein.


Diese Schäden haben unter Umständen dramatische Folgen:
Ist der Schmerzsinn ausgefallen, spürt man kleinere Verletzungen und Druckstellen im Schuh nicht rechtzeitig oder nimmt sie nicht ernst genug, weil sie ja nicht weh tun.
• Eine Verletzung wird unter Umständen gar nicht erkannt da das Warnsignal "Schmerz" fehlt. Die Verletzung fällt dann erst Tage später auf, wenn eine Infektion mit Rötung, Schwellung oder Vereiterung aufgetreten ist.
• Sind die motorischen Nerven ausgefallen, kommt es zur Schrumpfung der von diesen Nerven versorgten Muskeln. Am Fuß sind zuerst die kleinen Fußmuskeln betroffen. Der Muskelschwund ist erkennbar an tiefen Dellen zwischen den Zehen am Fußrücken. Die Gegenspieler dieser Muskeln gewinnen die Überhand. Sie wollen den Fuß auf die Zehenspitzen stellen und die Zehen krümmen. Der Zug dieser Muskeln führt schließlich dazu, dass ein Ballenhohlfuß und Krallenzehen entstehen.
• Durch die Veränderungen am Fußskelett entstehen Druckstellen und Fehlbelastungen, vor allem an der Sohle im Vorfußbereich und an der Oberseite der Zehen.
• Fällt die Tiefensensibilität aus, verändert sich das Gangbild. Der Gang wird insgesamt plumper und unsicherer, und es kommt ebenfalls zu Fehlbelastungen der Fußsohle.
• Die Ernährung des Gewebes ist gestört, da die Regulation durch die vegetativen Nerven ausgefallen ist. Erkennbar ist dieser Schaden daran, dass die Zehenbehaarung ausfällt ("Zehenglatze" und an einer rosigen Haut die eine "Luxusdurchblutung" erhält. Wegen der fehlenden Regulation erhalten Gewebe wie arbeitende Muskeln oder Wunden, die zuheilen sollen, im Gegenzug dann zu wenig Nachschub an Nährstoffen.
• Die Schweißproduktion fällt aus. Die Haut wird dann trocken, spröde und rissig, sie verliert ihre Geschmeidigkeit.

Untersuchung der Sensibilität mit:
• Wattebausch (Tastsinn)
• Neurofilament (Druckwahrnehmung)
• Tiptherm (Wärmeempfinden)
• Neurotips (Schmerzempfinden)
• Stimmgabel (Tiefensensibilität)

Schäden der Blutgefäße
Die Schäden an den Blutgefäßen betreffen vor allen Dingen die Arterien, die das nährstoff- und sauerstoffreiche Blut vom Herzen zu den Füßen transportieren. Beim Diabetiker spricht man in diesem Zusammenhang von "Makroangiopathie".
Diese Arterien werden durch Ablagerungen eingeengt, was den Nachschub an Nährstoffen und Sauerstoff behindert. Der Diabetes schädigt außerdem noch die kleinen Blutgefäße, die Kapillaren, in denen der eigentliche Stoffaustausch stattfindet.
Dieser Schaden wird "Mikroangiopathie" genannt. Die Kapillaren werden "undicht". Sie geben Flüssigkeit ins Gewebe ab, das daraufhin anschwillt. Andererseits sind die Gefäßwände verdickt. Sowohl die Verdickung der Gefäßwände als auch die leichte Schwellung des Gewebes führen dazu, dass der Stoffaustausch gestört ist und das Gewebe insgesamt schlechter ernährt wird.

Das hat Folgen am Fuß:
• Die Haut wird dünn wie Pergament und sehr verletzungsanfällig. Die Haare an den Zehen fallen aus.
• Wunden heilen schlechter und nur verzögert.
• Ist das Schmerzempfinden intakt treten unter Belastung Schmerzen in der Wade auf. Sehr häufig ist aber das Schmerzempfinden gestört, und dieses wichtige Warnsignal fehlt!
• Im schlimmsten Fall kommt es zum Absterben von Gewebe, und einzelne Zehen werden brandig.

Schäden der Knochen und des Bindegewebes
Der Diabetes führt auch zu einer Ernährungsstörung der Knochen. Es kommt zu Umbauvorgängen, wobei der stabilisierende Kalk aus dem Knochen herausgelöst wird.
Der Gelenkknorpel, der das sanfte Gleiten der Gelenkflächen aufeinander sicherstellt, löst sich allmählich auf. Das Bindegewebe und insbesondere die Gelenkkapseln verdicken sich. Die Fußgelenke werden unbeweglicher.

Die Folgen sind:
• Die Knochen werden brüchig. Schon geringe Belastungen können zu Knochenbrüchen führen.
• Die Knochen verbiegen sich. Weitere Umbauvorgänge verändern ihre Form. Es kommt zu einer Störung des Gelenkzusammenhalts. Insgesamt hat sich die Fußform verändert, und damit kommt es zu Fehlbelastungen.
• Die vermehrte Steifigkeit von Gelenkkapseln und Bindegewebe führt dazu, dass das Fußgewölbe sich beim Abrollvorgang nicht mehr an die Unterlage anpassen kann. Wiederum treten Fehlbelastungen auf.
• Ballenhohlfußstellung bei Neuropathie
• Untergang der kleinen Fußmuskeln
• Vermehrter Zug der Wadenmuskulatur
• Steilstellung des Mittelfußknochens
• Tiefertreten der Mittelfußköpfchen
• Krallenstellung der Zehen
• Ostheoarthropathie
• Ernährungsstörung des Knochens und der Knorpel
• Entkalkung der Knochensubstanz
• leichtere Verbiegbarkeit
• vermehrte Brüchigkeit der Knochen
• Zerstörung der Gelenkflächen und des Gelenkzusammenhaltes
• Totales Absintern des Fußgewölbes
• Entwicklung zum Charcot-Fuß

Schäden von außen
Schäden von außen sind Verletzungen und Infektionen. Es gibt eine Vielzahl von Verletzungsmöglichkeiten:
Nichtpassendes Schuhwerk führt zu Druckstellen, Blasen oder offenen Stellen. Da die Schmerzwahrnehmung gestört ist, können Sie nicht spüren, wenn ein Schuh zu eng ist. Gleiches gilt auch für zu enge Strümpfe.
Fremdkörper im Schuh, z.B. kleine Steinchen, werden nicht wahrgenommen und führen zu Wunden.
Die Haut ist sehr empfindlich auf Scherkräfte und Reibung. Eine Strumpfnaht gestopfte Strümpfe, Falten und Risse in der Innensohle können bereits zu Verletzungen führen.
Scharfe Instrumente bei der Fußpflege, wie Nagelschere und Hornhauthobel, können zu Verletzungen führen, da Sie nicht spüren, wenn Sie zu tief schneiden.
Hornhautpflaster und keratolytische Lösungen, mit denen Hornhaut aufgelöst werden soll, können zu schweren Verätzungen führen.
Ist das Temperaturempfinden ausgefallen, können heiße Fußbäder, Wärmflaschen und Wärmedecken zu schweren Verbrennungen führen.

Im "süßen" Blut der Diabetiker wachsen Bakterien sehr viel leichter. Es kommt schnell zu einer Infektion. So wird aus einem kleinen Hautriss oder einer Blase schnell ein "offener Fuß". Lassen Sie sich rechtzeitig von Ihrem Orthopädie-Schuhfachgeschäft über vorbeugende Fußbettungen und Vorsorgemaßnahmen beraten.

!!! Keine engen und absatz-hohen Schuhe tragen.
!!! Gesundheit geht vor Mode.
!!! Bequeme Schuhe sorgen für mehr Fußgesundheit und weniger Verletzungen.
!!! In den Schuhen finden sich oft so manche Gegenstände, die schwere Verletzungen verursachen können.
!!! Keine Schuhe mit randhohem Fußbett aus hartem Material tragen.
!!! Es besteht die Gefahr von Hornhautbildung.